Abrufkredite | Die billige Variante zum Dispo
Unter Abrufkrediten versteht man alle Kredite für Privatkunden oder Geschäftskunden, bei denen die beantragten finanziellen Mittel von der Bank so zur Verfügung gestellt werden, dass sie jederzeit ganz oder teilweise abgerufen werden können. Dem Kreditnehmer bleibt bei Abrufkrediten selbst überlassen, ob die Kreditmittel tatsächlich in Anspruch genommen werden oder nicht. So können Abrufkredite beispielsweise als Liquiditätsreserve betrachtet werden, die nur bei akutem finanziellem Bedarf beansprucht werden. Im Gegensatz zu anderen Krediten wie beispielsweise dem Ratenkredit ist der Kunde bei einem Abrufkredit nicht verpflichtet, die beantragten Mittel wirklich zu nutzen. Hierdurch kann der Kunde spontan und finanziell unabhängig sein und muss außerdem keine Entschädigung zahlen, wenn der Kredit der Bank nicht abgenommen wird.
Zu den Abrufkrediten zählen alle Formen des Kreditrahmens wie beispielsweise der Dispositionskredit und der Barkredit, bei denen die Bank dem Kunden die Möglichkeit einräumt das laufende Konto bis zu einem vorgegebenen Limit zu überziehen. Der Kontoinhaber und alle anderen Personen, die berechtigt sind über das Konto zu verfügen, können die gewünschten finanziellen Mittel in Anspruch nehmen, indem die EC Karte für Bargeldabhebungen oder für den bargeldlosen Zahlungsverkehr genutzt wird. Außerdem kann der Abrufkredit durch Zahlungsaufträge wie beispielsweise eine Überweisung oder eine Lastschrift, bei der Überträge zwischen Konten vorgenommen werden, beansprucht werden. Im Weiteren zählt auch die Kreditkarte zu den Abrufkrediten. Hierbei wird dem Kunden ebenfalls ein Verfügungsrahmen überlassen, der mitunter sogar höher ist als ein Überziehungskredit auf dem Girokonto und der durch Verfügungen mit der Kreditkarte in Anspruch genommen werden kann.
Der Karteninhaber kann an Geldautomaten im Inland und im Ausland Geld abheben oder in Geschäften bezahlen. Die abgerufenen Kreditbeträge werden bei der Kreditkarte nicht innerhalb weniger Tage, sondern erst einige Wochen später verrechnet. Für die Rückzahlung der genutzten Finanzierungsmittel werden die Gesamtumsätze eines bestimmten Zeitraums abgerechnet und dem Girokonto belastet. Hierbei werden auch die fälligen Zinsen abgebucht.
Die Einrichtung des Abrufkredites auf dem Girokonto ist meistens kostenlos, wohingegen die Bereitstellung des Verfügungsrahmens durch die Kreditkarte eine jährliche Gebühr verursachen kann. In beiden Fällen werden nur Zinsen berechnet, wenn der Abrufkredit tatsächlich genutzt wurde. Das ist ein Vorteil zu so manch anderem Darlehen, v.a. im Vergleich zu Baufinanzierungen, wo z.B. Bereitstellungszinsen oder Nichtabnahmeentschädigungen gezahlt werden müssen, wenn das Darlehen nicht wie vereinbart in Anspruch genommen wird.