Was sind Sollzinsen?
Unter Sollzinsen wird der Zinssatz der von der Bank im Aktivgeschäft vergebenen Kredite verstanden. Der Begriff Sollzinsen stammt aus der buchhalterischen Betrachtung der Banken, eine andere Bezeichnung ist der Begriff Aktivzinsen, welcher auf das oben genannte Aktivgeschäft der Banken hinweist, in welchem die Zinseinnahmen erwirtschaftet werden. Das Gegenteil von Sollzinsen sind Habenzinsen (Passivzinsen).
Sollzinsen fallen bei allen Bankgeschäften an, die der Mittelverwendung der Kreditinstitute dienen und gemäß ihrer Bezeichnung auf der Soll-, also der Aktivseite der Bankbilanz Niederschlag finden. Diese Aktivgeschäfte gliedern sich in Langfristige und Kurzfristige und stellen letztlich die Gesamtheit aller Forderungen aus dem Kreditgeschäft der Bank dar.
Beispiele für kurzfristige Aktivgeschäfte sind Kredite wie der Diskont- und Akzeptkredit (Wechselkredit), Lombardkredit (Verpfändung von Wertpapieren zur Kreditsicherung), Avalkredit und Kontokorrentkredit (so muss der Bankkunde z.B. Sollzinsen zahlen, wenn er mal wieder für die Weihnachtsgeschenke seinen Dispo ausgereizt hat). Beispiele für langfristige Aktivgeschäfte sind langfristige Darlehen, Hypothekarkredite (bei Realkreditinstituten und Sparkassen) oder Kommunaldarlehen. Sämtliche Zinsen, die bei diesen Geschäften zu Gunsten der Bank anfallen, sind Sollzinsen und werden auf der Aktivseite der Bankbilanz verbucht.
Das Gegenteil von Soll- oder Aktivzinsen sind die Haben- bzw. Passivzinsen. Diese werden von den Banken für Einlagen (z.B. Spareinlagen von Privatkunden) gewährt. Das Passivgeschäft einer Bank stellt die Gesamtheit aller Verbindlichkeiten einer Bank dar und ist folglich auch auf der Passivseite der Bankbilanz zu finden.